Montag, 30. Juli 2018

Allgäuer Sonntagsschützer treffen Landtagskandidaten

Die regionale Allianz für den freien Sonntag im Allgäu traf sich am 26. Juli 2018 in der Geschäftsstelle der Verdi Bezirk Allgäu mit den Stimmkreisbewerbern verschiedener Parteien zur bayerischen Landtagswahl, um über die Themen Sonntagsschutz und Ladenschluss ins Gespräch zu kommen. Bei den zentralen Anliegen der Sonntagsallianz, dem Schutz des arbeitsfreien Sonntags und dem Erhalt des Ladenschlusses in Bayern, gab es eine große Übereinsstimmung zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten und den Vertetern der Allianz. In manchen Detailfragen wurde rege diskutiert.
Die Vertreter der Allianz berichteten über die Erfolge des Sonntagsschutzes bei zahlreichen Gerichtsverfahren, bei denen Sonntagsöffnungen als rechtswidrig untersagt wurden. Mit Sorge beobachtet die Sonntagsallianz für das Allgäu, dass trotz der klaren rechtlichen Lage zahlreiche Kommunen Verordnungen erlassen, die den Kriterien für Ladenöffnungen an Sonntagen nicht entsprechen. Als Beispiel wurden Oberstdorf, Immenstadt und Bad Hindelang genannt. Die Sonntagsallianz prüft die Verordnungen und gibt ihre Einwände an die Kommunen weiter. Wird dann nicht oder nur unzureichend reagiert, wird der Weg der Rechtsaufsicht beschritten. Für Oberstdorf hat die Regierung von Schwaben vor Kurzem einen verkaufsoffenen Sonntag als rechtswidrig beanstandet. Mit den Stimmkreisbewerbern wurde diskutiert, auf welchem Weg man hier das Beste für den Sonntagsschutz erreichen kann. Bewusstseinsbildung für den Sonntag, Information über die rechtliche Situation an Stadt- und Gemeinderäte und Nachhaken bei kommunalen Behörden waren dabei wichtige Stichpunkte.
Die bayerischen Regelungen zum Ladenschluss, die das Schließen der Geschäfte um spätestens 20 Uhr vorsehen, sind in Deutschland mittlerweile einzigartig. Alle anderen Bundesländer ermöglichen längere Öffnungszeiten. Liberalisierung von Öffnungszeiten sind aber nach Ansicht der Sonntagsallianz Interessenspolitik für die großen Player im Einzelhandel und verdrängen kleine Geschäfte, die sich lange Öffnungen nicht leisten können. Die anwesenden Landtagskandidaten stimmten dieser Analyse zu und bezogen klar Position für den Erhalt der aktuellen Regelung.
Alle Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90 / Die Grünen, der SPD und von den Freien Wählern bekamen zum Abschluss das Büchlein "Lieber Sonntag ..." mit 52 Geschichten und Texten zum Sonntag. Die eingeladenen Vertreter der CSU mussten aus terminlichen Gründen absagen, evtl. wird es nach der Sommerpause einen Ersatztermin geben.
Für die Sonntagsallianz Allgäu geht von den Gesprächen die Botschaft aus: Der arbeitsfreie Sonntag ist ein hohes Gut, das geschützt werden muss. Sonntagsschutz dient der Gesellschaft und jedem einzelnen Menschen. Sonntagsschutz und Ladenschluss in Bayern sind Grundpfeiler einer humanen Arbeitswelt.

V.l.n.r.: Christian Dorn (Betriebsseelsorge), Heinrich Minst (Verdi), Dr. Günter Räder (Grüne),
Manuela Karn (Verdi), Erna-Kathrein Groll (Grüne), Ewald Lorenz-Haggenmüller (Betriebsseelsorge),
Ulrich Gottwald (kda), Wolfgang Seidler (KAB)

V.l.n.r.: Christian Dorn (Betriebsseelsorge), Michael Maffenbeier (SPD), Heinrich Minst (Verdi), David Yeow (SPD),
Ilona Deckwerth MdL (SPD), Markus Kubatschka (SPD), Manuela Karn (Verdi), Ulrich Gottwald (kda),
Ewald Lorenz-Haggenmüller (Betriebsseelsorge), Dr. Paul Wengert MdL (SPD), Wolfgang Seidler (KAB)

V.l.n.r.: Heinrich Minst (Verdi), Michael Moser (Freie Wähler), Manuela Karn (Verdi),
Christian Dorn (Betriebsseelsorge), Ulrich Gottwald (kda), Bernhard Pohl MdL (Freie Wähler),
Wolfgang Seidler (KAB)


Donnerstag, 11. Mai 2017

Sonntagsallianz Augsburg klagt gegen Sonntagsöffnungen



Mit einem „Sonntagsthesenanschlag“ vor dem Augsburger Rathaus protestierte die Augsburger Sonntagsallianz gegen zwei geplante verkaufsoffene Sonntage über das halbe Stadtgebiet, die so nicht zulässig sind. KAB-Diözesanpräses Erwin Helmer erklärt: „Nach neuer Rechtsprechung sind verkaufsoffene Sonntage in dieser Form eindeutig nicht mehr zulässig, denn sie untergraben den grundgesetzlichen Sonntagsschutz. Sonntag ist und bleibt der Tag des Herrn und der Tag für den Menschen, der Tag der Familien, der Feste, der Feiern, der Tag der Ruhe, der Solidarität und der Gemeinschaft. Deshalb sind Ausnahmen von der Sonntagsruhe engen Grenzen unterworfen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11.11.2015 hat dies eindeutig bestätigt.“
Aus Anlass des Europatages sollen am Sonntag, den 7.Mai 2017 und aus Anlass des Turamichele-Festes am Sonntag, den 1.Oktober 2017 in Augsburg „Marktsonntage“ stattfinden, die die gesetzlichen Vorgaben nicht einhalten. Auch in den Folgejahren soll diese Regelung gelten. Dies ist nach unserer Rechtsauffassung nicht mehr statthaft.
Augsburger Sonntagsallianz beim "Thesenanschlag"

Donnerstag, 6. April 2017

Liegestuhlaktion in Lauingen

"Es bleibt dabei, der Sonntag ist frei"

Unter diesem Motto befragten Mitglieder der Allianz für den freien Sonntag Passanten zur Sonntagsarbeit. Die Aussagen wurden einbezogen in den Gottesdienst, der in der Christuskirche gefeiert wurde.
Hier ein paar Bilder von der Aktion und dem Gottesdienst:


 Pfarrerin Menth und Diakon Steinmetz
vertieften in ihrer Dialog-Predigt die
Bedeutung des Sonntags.

 

Gottesdienst zum Tag des arbeitsfreien Sonntags



Der freie Sonntag- eine (zarte) Versuchung….
Die Versuchung ist groß, den ursprünglichen Sinn des Sonntags zu vergessen und den Sonntag anderweitig zu nutzen.  Viele zerren am Sonntag, wollen diese schöne Zeit von uns haben: der Handel, manche Arbeitgeber, schulische Verpflichtungen, die Freizeitindustrie.
Dies machte die KAB Thalfingen im Gottesdienst am ersten Fastensonntag anschaulich deutlich: Stück für Stück wurde symbolisch von der „Sonntagsschokoladentafel“ abgebrochen.
Dass es auch eine Gegenbewegung zu diesem gesellschaftlichen Trend gibt, zeigte Betriebsseelsorgerin Martina Berndt-Hoffmann auf. In einer Reihe von Gerichtsurteilen wurden verkaufsoffene Sonntage untersagt. In ihren Begründungen wiesen die Richter auf die gesellschaftliche, familiäre, demokratische und gesundheitliche Bedeutung des Sonntags hin. Sie betonten: Einkaufen dient nicht der Erbauung- und ist damit keine Arbeit für  den Sonntag!
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee auszutauschen.